Die Hausbesetzung auf dem ehemaligen Topf und Söhne Gelände
Das Gebäude, in dem die Belüftungsklappen für die Gaskammern in Auschwitz hergestellt wurden, ist die ehemalige Klempnerei der Firma Topf und Söhne. Es wurdeam 12.4.2001 zusammen mit weiteren Teilen des Geländes besetzt. Der dringend benötigte Raum wurde sich genommen, um Infoveranstaltungen zu organisieren, einen Ort für Diskussionen und Treffen zu haben, Konzerte zu veranstalten und um Räume zum Wohnen, Politik machen und Abhängen zu haben.
Bild: Veranstaltungsraum im besetzten Haus
Die HausbesetzerInnengruppe beschäftigt sich mit der Entwicklung einer Kritik an den bestehenden Verhältnissen, um Wege zur Umsetzung unserer Vorstellungen zu finde. Wir streben nach einer Gesellschaft, in der das Ziel nicht die Erschaffung von Mehrwert ist, sondern in der die Befriedigung der Bedürfnisse aller Menschen die oberste Priorität besitzt - dies setzt eine Abschaffung des Kapitalismus voraus. Die HausbesetzerInnengruppe tritt jedoch nicht nur für die Abschaffung des Kapitalismus, Antisemitismus und Nationalismus, sondern für die Abschaffung jeglicher gesellschaftlicher Zwangsverhältnisse ein, wie z.B. der gesellschaftlichen Unterteilung der Menschen in Mann und Frau und der sexistischen Unterdrückung der Frau durch den Mann.
Um unsere Kritik stärker an die Öffentlichkeit zu tragen, organisieren und beteiligen wir uns an Infoveranstaltungen, Kundgebungen und Demonstrationen. Wir sind bestrebt unsere Ansprüche und Ideen zu verwirklichen, indem wir versuchen Hierarchien innerhalb des HausbesetzerInnenkollektivs zu vermeiden, Entscheidungen unter Berücksichtigung aller betroffenen Personen zu treffen, bestehende Machtverhältnisse abzubauen und keiner/m aus finanziellen Gründen den Zugang zu unseren Veranstaltungen zu verschließen.
Als Teil der Kritik am Umgang mit der deutschen Geschichte und der Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus entstand ein Rundgang über das ehemalige Topf und Söhne Gelände.